Geografische Lage und Klima
Das Stadtgebiet Ulms erstreckt sich am südöstlichen Rand der Schwäbischen Alb auf einer Seehöhe zwischen 450 und 646 Metern. Im Süden wird das Stadtzentrum vom Flusslauf der Donau begrenzt. Weiterhin umschließen die Höhenzüge der Ulmer Alb und des Hochsträß die Stadt. Rechtsseitig der Donau schließt sich das Stadtgebiet Neu-Ulms an. Linksseitig grenzen die Gemeinden Staig, Blaubeuren oder Langenau an das Stadtgebiet Ulms. Ulm besteht aus 18 Stadtteilen. Die Hälfte der Stadtteile wurde im Rahmen der Gemeindereform in den 1970er Jahren dem Stadtgebiet angeschlossen und besitzt eigene Ortschaftsräte. Die bayerische Landeshauptstadt München ist etwa 130 Kilometer südöstlich von Ulm gelegen. Stuttgart, die Metropole Baden-Württembergs, befindet sich 90 Kilometer nordwestlich der Stadt.
Liegt auch die Ulmer Wetterstation auf dem Kuhberg häufig im Nebel, so ist der oft im Volksmund zu hörende Ausdruck “Hauptstadt des Nebelreiches” nicht wirklich zutreffend. Ulm wird mit beinahe 1 700 Sonnenstunden im Jahr verwöhnt, womit die Stadt München oder Freiburg kaum nachsteht. Die Wetterlange Ulms wird vom gemäßigten Klima Mitteleuropas bestimmt. Bei einer jährlichen Durchschnittstemperatur von acht Grad fallen 745 Millimeter Niederschlag. Am wärmsten wird es mit 17,6 Grad im Juli. Kältester Monat ist der Januar, dann zeigt das Thermometer durchschnittlich minus 1,2 Grad an.
Geschichte
Ausgrabungsfunde, welche bei Eggingen gemacht wurden, weisen eine Besiedlung des Ulmer Raumes bereits zur Jungsteinzeit nach. Römische Fundplätze konnten in der Ulmer Alb nachgewiesen werden. Erstmals Erwähnung in den Geschichtsbüchern findet Ulm 854 als Königspfalz Ludwigs des Deutschen. Die Anfänge der Stadtgründung gehen vermutlich auf das beginnende 11. Jahrhundert zurück. Unter den Staufern erlangte Ulm um 1165 den Stadtstatus. Rudolf von Habsburg verlieh Ulm 1274 das Siegel Freie Reichsstadt. Begünstigt durch die Lage am Schnittpunkt wichtiger Handelsstraßen und der schiffbaren Donau entwickelte sich Ulm im Mittelalter zu einem führenden Handelszentrum. Im 15. Jahrhundert zählte Ulm zu den reichsten europäischen Städten, was der damalige Ausspruch “Ulmer Geld regiert die Welt” verdeutlicht. Im 30jährigen Krieg verblasste die Macht Ulms. Kriege, Seuchen und Belagerung setzten der Stadt weiter zu und führten sie 1770 in den Bankrott. 1810 gelangte Ulm in den Besitz des Königreiches Württemberg. Neun Jahre später wurde die Stadt Sitz des Donaukreises. Erneuten wirtschaftlichen Aufschwung erfuhr Ulm durch die Freigabe der Eisenbahnstrecke Heilbronn-Friedrichshafen und der Fertigstellung des Münsters. Nach schweren Kriegszerstörungen erhielt die Stadt durch den Wiederaufbau ein neues Gepräge und erlebte durch die Ansiedlung der aus Russland und Ungarn vertriebenen Donauschwaben einen rasanten Bevölkerungszuwachs. 1980 überschritt Ulm die 100 000 Einwohner-Marke und erlangte den Status einer Großstadt.