Das Ulmer Münster

Blickfang im Stadtzentrum und weit über seine Grenzen hinaus bekannt ist das Ulmer Münster, nach dem Kölner Dom die größte gotische Kirche Deutschlands. Zwischen 1377 und 1529 schufen die berühmtesten Baumeister der Gotik, wie Michael Parler oder Matthäus Böblinger, den Grundstein für eine Sehenswürdigkeit von Weltruf. Von 1844 bis 1890 wurde das Gotteshaus ausgebaut und in seiner jetzigen Pracht vollendet, dabei folgte man den ursprünglichen Plänen. Ursprünglich als katholische Kirche erbaut, wurde das Münster, im Zuge der Reformation, zur größten protestantischen Kirche weltweit. Der 161 Meter hohe Westturm wurde 1890 vollendet und gilt als höchster Kirchturm der Erde. Wer die 760 Stufen erglimmt, genießt eine überwältigende Aussicht. Das Kirchengebäude selbst ist 124 Meter lang und 49 Meter breit. Im Innenraum beeindruckt das im 15. Jahrhundert von Jörg Syrlin d. Ä. geschaffene Chorgestühl, welches antike Dichter und Philosophen, sowie biblische Szenen der Apostel und Propheten darstellt. Den Flügelaltar schuf Martin Schaffner. Das 27 Meter hohe Sakramentshaus wurde mit Statuen der Bischöfe und Päpste verziert. Die Chorfenster entstammen den geschickten Händen Straßburger Meister des 15. Jahrhunderts. Zu den ältesten Gegenständen im Kircheninneren zählt auch das achteckige Taufbecken aus dem 15. Jahrhundert. Das Ulmer Münster bietet 2 000 Sitzplätze und ist Austragungsort zahlreicher bedeutender Veranstaltungen des Ulmer Kirchenjahres.